Start Review Geniestreich – A TRIBE CALLED QUEST

Geniestreich – A TRIBE CALLED QUEST

TEILEN

Obwohl die New Yorker Legenden A Tribe Called Quest mit «The Love Movement» ihren Abschied verkündeten, führten die aktuellen Geschehnisse die Gruppe noch einmal zusammen. Entstanden ist eine Platte, die zwischen Wehmut und Genialität einen letzten Höhepunkt darstellt.

13. November 2015. In Paris stürmen Terroristen ein Konzert im Bataclan-Theater und töten 90 Menschen. Zum gleichen Zeitpunkt treten in Amerika die Hip-Hop-Pioniere A Tribe Called Quest bei einer TV-Show auf und legen den Startpunkt zu einer letzten Albumproduktion. Die politische Brisanz, die Wut und das Verarbeiten all dieser Vorkommnisse, egal ob the Donald in Amerika oder das Black Movement finden denn spürbar Platz auf dieser einen letzten Scheibe. Und sorgen für einen Geniestreich, wie ihn nur A Tribe Called Quest hinbekommen können. Das Album ist gleichzeitig auch ein letztes Vermächtnis von Phife Dawg, der während der Aufnahmen an Diabetes starb.

Musikalisch findet sich eine feine Kombination aus Jazz, Rock, Funk und überhaupt Elementen aller Musikstile, gepaart mit fetten Beats und feisten Basslinien, darüberstehend die einzigartigen Vocals von Q-Tip und Co. Eine illustre Gästeschar, bestehend aus Namen wie Elton John, Jack White, Kendrick Lamar, Anderson Paak, Busta Rhymes oder André 3000 rundet das Musikbild gelungen ab. Alles in allem ist «We got it from Here… Thank You 4 Your Service» eine Platte, die ein letztes Mal alte Zeiten aufleben lässt, aber auch der kritische Kick aus der Vergangenheit an die Zukunft sein könnte: «Wir haben gemacht. Jetzt seid ihr dran: Tut es, seid kritisch, macht was!»

10/10

Stoph Ruckli