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CONOR OBERST im Kaufleuten

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Im Gewürzkasten des Indiefolk steht Conor Oberst gleich neben der Tabascosauce: Mit tiefschürfenden Songs sorgt er beim Publikum für verheulte Augen und aufgewärmte Innereien.

Jetzt stuhlen sie für ihn schon den Saal (zumindest teilweise): Conor Oberst – mit 36 vielleicht das älteste Wunderkind im Geschäft – betritt die Welt der Erwachsenen. Mit einem mordsdicken CV im Sack: Als Kopf und Stimme des Weltschmerz-Orchesters Bright Eyes sowie dem Label Saddle Creek trieb er in den frühen Nullerjahren den Melancho-Indie zur Blüte.

Ob er unbedingt Trittbrettfahrer wie Mumford & Sons auf den Plan rufen wollte, who knows… Im Gegensatz zu diesen erreichen Conors Texte jedoch eine lyrische Tiefe, dass vor Neid selbst poetisch beschriebene Zuckersäckchen sauer werden. Mit brüchiger Stimme klagt er den Hochzeitsmarsch zur Vermählung von Tear-in-your-Beer-Country und neorubanem Synthiefolk. Mal elektronisch verschnörkelt, mal wandergitarrig dahingeschrammelt – inklusive dazwischenjammernder Mariachi-Trompete.

Bowie, Elliot Smith und Leonard Cohen sind tot. Hängen Sie sich also an Conor Obersts Lippen, so lange Sie noch können. Am besten auf der Tour zum aktuellen, erfrischend reduzierten Mann-und-Mundharmonika-Soloalbum „Ruminations“ mit Etappenhalt im Zürcher Kreis 1.

LIVE: 20.01.17 Kaufleuten Zürich

Marco Rüegg

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