Start Review BLACK REBEL MOTORCYCLE CLUB – Wrong Creatures

BLACK REBEL MOTORCYCLE CLUB – Wrong Creatures

TEILEN

Die Garagenpsychedelikrocker BRMC sind wieder da. Nach fünf Jahren Abstinenz besann man sich auf die Wurzeln und so soll das neue Album wie weiland dazumals klingen. Nur versprochen oder tatsächlich geliefert?

Die Antwort ist ein klares Jein. Es fängt ganz schön dreckig und hitverdächtig an mit „Spook“. Hitverdächtig, weil dieser Song sofort vertraut klingt, als ob man einen alten Lieblingssong von einer halbvergessenen 1990er Mixkassette hören tät‘. „King of Bones“ unterhält mit tanzbarem Rock’n’roll, gepimpt mit eingängigen Hooks und dynamischen Spielereien. Doch sobald die Clubtanzfläche Feuer zu fangen scheint, drückt die Band auf die Bremse. Die nächsten paar Titel zeigen sich entweder introspektiv oder episch schwelgerisch. Erst gegen Ende werden wieder ein paar Schippen Holz nachgeworfen.

Die Mitte des Albums zeigt sich also von einer dunkeln, Nick Cave-ishen Seite, mit paar Sprengseln Iggy Pop und David Bowie und sogar ein bisschen The Verve. Das ist natürlich alles andere als unerfreulich. Als Schweinerockalbum geht „Wrong Creatures“ daher aber auch nicht durch und so machen die zwei Eingangstitel und „Little Thing Gone Wild“ am meisten Laune. Mit den das Album abschliessenden „Carried From The Start“ und „All Rise“ werden noch die grossen Brocken präsentiert. Gelungener ist der erste davon. „Carried…“ ist wohl der Vorzeigesong, um jemanden für diese Platte anzufixen.

Ein verhaltener, leicht beschwörerischer Start und auf Grossleinwand geschmierte Refrains machen ihn zum Standoutsong des Albums und sicher auch zum Höhepunkt in der Konzerthalle. „All Rise“ geriet dann doch etwas gar süsslich. Es umschifft knapp den gefährlichen Coldplaystrudel, auch wenn die Stimme in seiner Lo-Fi Qualität an alte John Lennon Aufnahmen erinnert. Alles in allem aber ein eindrückliches Album voller Ideen, Attitude und Leidenschaft. Darüber freuen wir uns in der zeitgenössischen Popmusik ja wenig genug.

Fuzziger Rock’n’Roll mit Hang zum Pathos 7/10

Marc Flury