Start Review Facettenreichtum – NEXT STOP: HORIZON

Facettenreichtum – NEXT STOP: HORIZON

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Das Göteborger Duo hat allerlei analogen Synthie-Krempel und einen waschechten Casio CZ-1000 gebunkert und sich mit diversen Gastmusikern zusammengetan. Et voilà: das Resultat heisst „The Grand Still“ und ist ein famoses Stück IndieKammerZirkusWaltzerBalkanfolkloreCabaretSwingRock.

Pär Hagström und Jenny Roos sprudeln nur so vor Kreativität: Drei Jahre sind seit dem letzten Album „The Harbour My Home“ in die Jahre gezogen und es ist kaum zu glauben, was die zwei Tausendsassas in der Zeit alles auf die Beine gestellt haben. Nebst touren mit dem Album im Gepäck fanden sie noch die Zeit für ein sehr erfolgreiches musikalisches Engagement am Staatstheater Saarbrücken, wo sie an Christoph Diems Inszenierung von „Der standhafte Zinnsoldat“ mitwirkten. Und weil Freude und Erfolg nicht ausblieben schrieb Pär auch gleich noch die Musik für ein weiteres Theaterstück, Daphne du Mauriers „Wenn die Gondeln Trauer tragen“.

Und eben: irgendwie blieb auch noch Zeit um an neuen Songs für das nächste Next Stop: Horizon Album zu werkeln und allerlei analoges Equipment anzuhäufen. Wie schon früher hört man auch den neuen Songs die Liebe zu Theater und Varieté an. Zwar geht der Opener „Everyone’s Earthquake“ noch als flotter Popsong durch, der eine für die Band ungewohnt locker, flockige Richtung einschlägt. Nur noch bedingt schubladisieren, lässt sich das meiste was danach kommt. Es ist ein fein abgestimmtes Potpourri aus  Synthie-Pop, Balkangedöns, Folkrock, Soul, Kammermusik und eben: Cabaret-, Varieté-, und Zirkusluft. Dieses Album bietet einen Facettenreichtum der für (fast) alle Lebenslagen etwas bereithält. Sehr schön!

8/10

Kaspar Hunziker

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