Start Review GHOSTMAKER – Aloha From The Dark Shores

GHOSTMAKER – Aloha From The Dark Shores

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Grosse Taten werfen ihren Schatten voraus, denken sich Ghostmaker aus Berlin. Erstmal ein Minialbum und dann gelassen weitersehen. Unsere Neugier haben sie schon geweckt. Das ist Rock’n’Roll nicht zum Saufen, sondern zum Geniessen.

Vielleicht ging auch nur die Ungeduld mit ihnen durch. Sei es wie es sei: Als Vorgeschmack auf das auf Ende Jahr angekündigte Debutalbum veröffentlichen sie das Minialbum „Aloha From The Dark Shores“. Ersteindruck: Klare Sache, Haudrauf Rock’n’Roll. Aber dann fallen die wohlplatzierten Hooks, Breaks und Verschmitztheiten auf, welche die Songs vor dem Sumpf des tausendfach gehörten Provinzgeschrabbel abfangen. Geboten wird nämlich cleverer Turborock mit einem Swag, wie man ihn von den Queens Of The Age kennt.

Ein paar Riffs und Hooks wären auch auf einem frühen Soundgarden Album nicht fehl am Platze gewesen.

Tatsächlich erinnert vorallem die Gitarrenarbeit an den Alternativerock um 1990, der von Punkattitude und kompositorischer Sorgfalt zugleich geprägt war. Noiserock mit einprägsamen Refrains gebaut auf durchdachten Akkordfolgen, die den grossartigen Gesang stützen und leiten. Unterbrochen wird das Gewalze hie und da mit kurzen Soundcollagen und Lo-fi Rumpelblues. Sollten diese knapp 24 Minuten nur als Vorgeschmack für das echte Ding gedacht sein, darf man getrost Ausserordentliches erwarten.

Erfrischend prollfreier Rock’n’Roll – 8/10

Marc Flury

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