Start Review Folk-Blues-Bastard: FINK – Resurgam

Folk-Blues-Bastard: FINK – Resurgam

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Diesen Frühling kursiert unversehens ein Longplayer des Fink’s Sunday Night Blues Club. Den Unterschied zwischen diesem Nebenprojekt und dem „normalen“ Fink, schnallen wir bis jetzt nicht, wo nun der reguläre Nachfolger zu „Hard Believer“ vorliegt.

Fink? Genau, der eigenwillige Vogel. Ein dem Techno abtrünnig gewordener Ex-Plattendreher, der sein Nest im Graubereich zwischen Ambient, Blues und Singer/Songwriter gebaut hat. Von dort fliegt er immer mal wieder aus, und betört unsere Sinne mit seidenfein durchkonzipierten Shows. Nach einer Platte und einer Clubtour mit seinem Blues Club haut Fin Greenall nun (unter bewährtem Pseudonym) „Resurgam“ raus. Dessen lateinischer Titel bedeutet: Ich werde auferstehen.

Die groovy Basslines, repetitiven Beatmuster und das gedrosselte Tempo provozieren tatsächlich ein Déjà-Vu, oder halt Déjà-Entendu, nämlich zur eingangs erwähnten Blues- Platte. Der smoothe Titelsong darf sich über achteinhalb Minuten ausbreiten, auch die folgenden nehmen sich unverschämt viel Raum – oft über fünf Minuten. Doch einzig „Day 22“ gipfelt im Stromgitarren-Crescendo, um wenige Takte später wieder abzuflauen wie das Meer unter der Hand Jesu.

Die zweite Hälfte der Plate tröpfelt in lethargischer Gemütlichkeit dahin, zum tranigen Geflenne des Sängers. Den Sog, den Strudel, den frühere Werke durch ihre Dynamik erzeugen, vermissen wir schmerzlich – „This Isn’t A Mistake“ oder „Covering Your Tracks“ versanden in der Belanglosigkeit und wir kommen uns vor, als hörten wir drittklassige Outtakes der elektrisierenden Blues-Session vom Frühling.

Folk-Blues-Bastard: 4/10

LIVE: 27.10. Les Docks Lausanne, 29.10. Bierhübeli Bern, 30.10. Dynamo Zürich

Marco Rüegg

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